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Richtig geplant beim Hausbau ist halb gespart!

Seit der Streichung der Eigenheimzulage ist es für viele Verbraucher schwieriger, den Traum vom eigenen Heim zu verwirklichen. Diese (vermeintliche) Lücke in der Finanzierung kann aber mit ein paar geschickten Maßnahmen geschlossen werden.

Zunächst einmal ist es ein Faktum: Eine Familie mit zwei Kindern hat nach dem Wegfall der Eigenheimzulage 22.800 Euro weniger zur Verfügung. Umso wichtiger ist also die preisgünstige Planung geworden – und zwar von der ersten Stunde an. Schon die Grundstückswahl sollte genauestens überdacht werden. Ein Untergrund wie beispielsweise Fels, macht finanziell oft ausufernde Fundamentierungsarbeiten erforderlich. Auch bei einer schlechten Erschließungssituation ist Vorsicht geboten. Hier droht zusätzlicher Material- und Zeitaufwand.

Zukünftiges mit einbeziehen

Eine intelligente Planung setzt auch voraus, dass neben der gegenwärtigen Lebenssituation auch spätere Bedürfnisse – soweit vorhersehbar – mit einbezogen werden. Dazu zählt neben dem Nachwuchs eventuell auch die potentielle Aufnahme von pflegebedürftigen Eltern. Zum Beispiel muss ein Dachboden nicht sofort ausgebaut werden. Das schont nicht nur den ohnehin beim Hausbau sehr strapazierten Geldbeutel, sondern sorgt auch dafür, dass der zusätzliche Wohnraum später optimal den veränderten Bedürfnissen angepasst werden kann.


Geld sparen heißt Energiekosten sparen
Angesichts ständig steigender Energiekosten sollte beim kostengünstigen Hausbau vor allem der zu erwartende Energieverbrauch berücksichtigt werden. Auch wenn entsprechende energiesparende Baumaßnahmen zunächst als zusätzlicher Ausgabenposten ins Gewicht fallen: es rechnet sich auf Dauer aufgrund der niedrigeren Betriebskosten.

Und: Wer die staatlichen Förderprogramme ausschöpft, kann zusätzlich sparen. So gelten bei der KfW Förderbank seit 1. Februar 2006 nochmals reduzierte Zinssätze für Bauherrenkredite. Die staatseigene KfW-Förderbank stellt drei Förderprogramme für so genannte energetische Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung. Dabei gilt grundsätzlich: Je mehr Energie und CO2-Emissionen eingespart werden, desto günstiger sind die Zinsen.

 

 

 

 

Bevor der erste Stein gelegt wird...

 

 

... sollten Sie die folgenden acht Punkte beachten, damit Ihr Haus auch auf einem soliden Fundament steht:

 

 

1. Finanzielle Situation analysieren

 

 

Am Anfang sollte eine sorgfältige Analyse der finanziellen Situation stehen, wie zum Beispiel die Höhe des Einkommens, vorhandenes Vermögen, bestehende monatliche Verpflichtungen (z.B. Versicherungen, Altersvorsorge, Ratenzahlungen für das Auto).

 

 

Wichtig dabei: Nur tatsächlich zur Verfügung stehende finanzielle Mittel berücksichtigen und keine hypothetischen Einkünfte einbeziehen, wie z.B. zu erwartende Gehaltserhöhungen, Erbschaften oder Schenkungen.

 

 

2. Bereitschaft zum Konsumverzicht klären

 

 

Gemeinsam mit dem Partner besprechen, welche persönlichen Wünsche - neben den eigenen vier Wänden - in Zukunft verwirklicht werden sollen und ob die Bereitschaft besteht, in den nächsten Jahren für eine Immobilie den Konsum mehr oder weniger stark einzuschränken. Dazu kann auch gehören, auf Urlaube oder andere Extras zu verzichten.

 

 

3. Tatsächlichen Kapitalbedarf ermitteln

 

 

Die Bau- bzw. Erwerbskosten für ein Haus mit Grundstück oder eine Eigentumswohnung sind nur ein Teil des entstehenden Kapitalbedarfs. Darüber hinaus fallen zusätzlich viele Nebenkosten an, die bei der Kalkulation nicht vergessen werden dürfen, wie beispielsweise Grunderwerbssteuer, Versicherungen, Anschlusskosten, Honorare für Notare, Makler, Architekten, Gutachter, Anwälte.

 

 

Aber auch Kosten für Behördenleistungen, wie Baugenehmigung, Grundbucheintrag und natürlich die Kosten für den Umzug selbst, die Wohnungseinrichtung und die Gartenanlage sind zu berücksichtigen.

 

 

4. Vorhandenes Kapital ermitteln

 

 

Mindestens 10, besser 20 Prozent des Kapitalbedarfs sollten durch Eigenmittel gedeckt werden. Je geringer das Eigenkapital, desto höher die Zinsen und desto länger die Kreditlaufzeit. Sparguthaben und Wertpapiere werden auch zum Eigenkapital gezählt. Handwerkliche Eigenleistungen, die ein Bauherr selbst erbringt, können die Kosten ebenfalls senken und die Finanzierung erleichtern.

 

 

5. Höhe der Finanzierungsraten kalkulieren

 

 

Wer den Traum von der eigenen Immobilie verwirklichen möchte, sollte genau kalkulieren, welche monatliche Belastung er verkraften kann. Die Faustregel: Die monatliche Belastung sollte 30 bis 40 Prozent vom Nettoeinkommen nicht überschreiten.

 

 

6. Die richtige Finanzierung wählen

 

 

Eine gute Finanzierung sollte auf persönliche Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten abgestimmt sein sowie flexibel an veränderte Umstände angepasst werden können. Neben der Art der Tilgung, der Risikoabsicherung und der Darlehenslaufzeit spielen insbesondere die individuellen Wünsche und die Einstellung zu Geldangelegenheiten eine große Rolle beim Immobilienerwerb.

 

 

7. Finanzierung absichern

 

 

Gibt es nur einen Verdiener, ist die Absicherung der Immobilienfinanzierung für den Fall der Fälle besonders wichtig. Hier können z.B. eine Risiko-Lebensversicherung, ein Finanzierungsschutzbrief oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Schutz sinnvoll sein.

 

 

Für unvorhergesehene Ausgaben sollte ein finanzielles Polster zurückgehalten werden: Planen Sie eine Reserve von etwa 10 Prozent des Kaufpreises ein, um unerwartete Kosten auffangen zu können.

 

 

8. Staatliche Fördermittel nutzen

 

 

Wer sich ein Haus kaufen oder bauen möchte oder sich für eine Eigentumswohnung entscheidet, bekommt häufig vom Staat Geld dazu. Zuschüsse gewährt zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch Bundesländer, Städte und Gemeinden bieten eigene Förder-programme an.

 

 

Persönliche Beratung

 

 

Wer diese Tipps beim Erstellen eines Finanzierungsplans beachtet, schafft beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Immobilienerwerb. Auf eine ausführliche und persönliche Beratung sollten Sie jedoch nicht verzichten.